Zur Inszenierung

Die Himmelsleiter - Das Festival zum Reformationsjubiläum

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur & Medien aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages

Hans-Christian Hauser komponierte in den letzten Jahren immer wieder musikalisch-szenische Werke zumeist jüdischer Thematik, die im Carl-Orff-Saal des Gasteig München sowie im Wilhelma-Theater Stuttgart aufgeführt wurden - auch im CAFA-Kunstmusieum Peking, vertont einen Reigen von bildkräftigen biblischen Szenen. Das Oratorium trägt den Titel "DIE HIMMELSLEITER" und hat das biblische Motiv der unvermittelten direkten Berührung mit dem Himmel zum Thema.

Angeregt durch Martin Luthers Beschäftigung mit Sprache und Übersetzung, diese in den Fokus zu rückend und aktualisierend, wird die Episode der Jakobsleiter neben andere biblische Episoden mit verwandtem theologischem Grundmotiv gestellt. Dabei manifestiert sich die unterschiedliche Aussagekraft der verschiedenen Sprachen und Sprachstile - die hebräischen Sprache, die Luther-Übersetzung und moderne Übersetzungen (z.B. Bibel in gerechter Sprache) - in je unterschiedlicher musikalischer Energie.

Zu jeder der biblischen Szenen gesellt eine Szene aus den Werken Franz Kafkas. Im Kontrast seinen rätselhaften, verfahrenen, aussichtslosen Situationen wird die GNADE der Berührung mit Gott in den Bibel erst richtig fühlbar. Die Gnade: eines der Hauptthemen Martin Luthers.

Die exegetische Beschäftigung mit dem theologischen Motiv der Himmelsleiter wird nebenbei erweitert um einen überraschenden Blick auf eine verwandte Episode in islamischer Tradition. Auch hierin angeregt von Luther, möchten wir uns modernen theologisch-gesellschaftlichen Anforderungen unserer Zeit stellen und damit auch Brücken bauen und dazu beitragen, die Theologie insgesamt ein Stück voran zu bringen.

Das Oratorium wird in der Nikolaikirche Isny szenisch (also mit Kostümen und Beleuchtung) aufgeführt.

Künstlerische Leitung: Hans-Christian Hauser