Herzlich Willkommen!

Die Isny-Oper Festival e.V. heißt Sie recht herzlich willkommen.

Unter der künstlerischen Leitung von Hans-Christian Hauser präsentieren wir Ihnen auch im Jahr 2017 folgende Vorstellungen:

Das Festival zum Reformationsjubiläum:


Die Himmelsleiter
Szenisches Oratorium von Hans-Christian Hauser
Programmheft 2017 als PDF downloaden...
13 Geschichten von Begegnungen mit Gott
dessen Namen (so formulierte der Züricher Reformator Huldrych Zwingli)
aus atmenden Buchstaben besteht
....zu jeder Szene gesellen wir als Vorspiel eine Szene des Dichters Franz Kafka.

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur & Medien aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages
Uraufführung:
Samstag, 21.10.2017, 20:00 Uhr, Nikolaikirche Isny
Vorverkauf: Büro für Tourismus Isny 07562-97563-0
Weitere Aufführung:
Dienstag, 31.10.2017, 20:00 Uhr, Wilhelma-Theater Stuttgart
Vorverkauf: www.wilhelma-theater.de
 
Sängerinnen und Sänger:
Elsa Kodeda (Sopran)
Jaewon Yun (Sopran)
Verena Schmid (Sopran)
Nora Paunescu (Sopran)
Samira Misimovic (Mezzosopran)
Jae Hyung Park (Tenor)
Rafael Montero (Tenor)
Mathieu Laniel (Bariton)
Andreas Truong (Bariton)
Serguei Afonin (Bariton)
Harald Pilch (pantomimisches Schauspiel)

Instrumentalensemble:
Christian Zahlten (Violine)
Sonnhild Rust (Violoncello)
Bruno Jouard (Flöte)
Ewa Lovrenovic (Oboe und Englisch Horn)
Marvin Balzer (Klarinette)
Robert Oros (Fagott)
Tonias Butorac (Schlagwerk)
Dmitrij Romanov (Klavier)
Bühne und Effekte: Johannes Müller
Kostüme: Diana Leist
Lichttechnik: Leo Walravens
Assistenz: Fabienne Gobs, Samira Nowarra, Jonathan Krauß, Jana Rowenski, Ricarda Walravens, Frederike Damme
Technische Leitung (Bühnenaufbau, Technik und Transporte): Meinrad Fuchs

Komposition, künstlerische Leitung, Inszenierung und musikalische Leitung: Hans-Christian Hauser
Zur Inszenierung:
Das Oratorium wird szenisch ( mit Kostümen, Bühnenbild und Beleuchtung) präsentiert und zeigt einen Reigen von biblischen Szenen der unvermittelten direkten Berührung mit dem Himmel.
Die schöne Luther-Übersetzung wird mit der bildkräftigen Martin-Buber-Übersetzung und der überraschenden »Bibel in gerechter Sprache« konfrontiert. Sie entzünden Hans-Christian Hausers phantasievolle Kompositionen.
Zu jeder der biblischen Szenen gesellt eine Szene aus den Werken Franz Kafkas.
...Ich beobachte, dass Franz Kafka die gleichen existentiellen Themen behandelt wie die berühmten Bibelszenen, aber er sieht mit den Augen und fühlt mit Psyche und denkt die Gedanken des MODERNEN Menschen...Diese Gegenüberstellung interessierte mich:
Man meint Kafka so zu kennen, als sieht er die eifrige Bemühung des Menschen aussichtslos, verstrickt, verhangen, verrätselt... In den Szenen aus der Bibel hingegen wird den Menschen Gnade geschenkt, ein Gefühl, wie wenn an einem trüben wolkenverhangenen regnerischen Gebirgstag plötzlich die Sonne durchbricht.
Aber auch bei Kafka gibt es Szenen, wo diese Sonne der Gnade schon ganz da ist (zum Beispiel in KINDER AUF DER LANDSTRASSE); und da, wo sich das Verhangene nicht öffnet, fühlen wir ganz intensiv die große Sehnsucht, dass es sich doch öffnen möge.
Gnade ist der theologische Grundgedanke Luthers.
Der Blick auf die »Himmelsleiter« wird nebenbei erweitert um einen überraschenden Blick auf eine verwandte Episode in islamischer Tradition.
Der Ort um die KANZEL ist in unserer Inszenierung dem tüchtigen Ringen um Übersetzung und sprachlichen Ausdruck gewidmet. Luther als Übersetzer, der die deutsche Sprache maßgeblich prägte, wetteifert hier mit Martin Buber, dessen Anliegen es war, die Atmosphäre und Tiefe der hebräischen Worte möglichst energiegeladen ins Deutsche zu retten. Und sie wetteifern mit den modernen Übersetzern der »Bibel in gerechter Sprache«, die nicht nur provozieren will, sondern eine unserem derzeitigen Lebensgefühl entsprechende Sprache gefunden hat.
Kafkas Figuren spielen nahe am Publikum, VOR DEM ALTAR, als Bergsteiger: der tüchtige, unverdrossne, mit Rucksack, Taschenlampe und Schirm dem Wetter trotzende, sich einen Weg erkundende, auf sich gestellte, kleine Mensch...
Im CHOR der Nikolaikirche passiert dann das Einbrechen des Jenseitigen, des Unverfügbaren, des Göttlichen, der Gnade in die diesseitige Welt. Ein Segelschiff bricht durch die Chorwand der Kirche, mächtig getragen von Wind, Geist, von göttlicher Energie, von rätselhaftem Schwung, von Zauber.
Das Gebirge ist klassischer Ort der Gottesbegegnung: den Gipfel zu erreichen erfordert Anstrengung und Entbehrung, die Luft ist dünner und klarer, die Perspektive ist geweitet, die Zivilisation entfernt...
Wir sind hier nahe am Himmel, und Effekte des Lichtes berühren uns zauberhaft.
Ob תנ«ך oder Neues Testament oder Qur´an: gemeinsam haben sie doch diesen Zauber der unvermittelten Gottesbegegnungen.
Hans-Christian Hauser komponierte in den letzten Jahren immer wieder musikalisch-szenische Werke zumeist jüdischer Thematik, die im Carl-Orff-Saal des Gasteig München sowie im Wilhelma-Theater Stuttgart aufgeführt wurden - auch im CAFA-Kunstmuseum Peking.
Inhalt:
1. in charmantem Schwung

Kafka: KINDER AUF DER LANDSTRASSE
"Wir durchstießen den Abend mit dem Kopf. Es gab keine Tages- und keine Nachtzeit (...) Bei den Sprüngen hob uns in die Hüften der Wind. Nichts hätte uns aufhalten können.."

Lukas 1: der Engel bei Maria (Magnificat)
"Vnd der Engel kam zu jr hin ein / vnd sprach / Gegrüsset seistu holdselige / der Herr ist mit dir / du Gebenedeite vnter den Weibern"


2 zu Pferde

Kafka: DER AUFBRUCH
"Ich befahl, mein Pferd aus dem Stall zu holen. Der Diener verstand mich nicht. ...Beim Tore hielt er mich auf und fragte: "Wohin reitet der Herr?" "Ich weiß es nicht", sagte ich, "nur weg von hier, immerfort weg von hier - das ist mein Ziel."

Das Buch von der Jenseitsreise Mohammeds, kitab al-mi´raj:
"Nachdem ich, Mohammed, mich vor Gabriel verneigt hatte, sah ich, dass er ein Tier an den Zügeln hielt, das er für mich mitgebracht hatte, und dessen Namen Buraq war. Sein Fell war aus Perlen, seine Mähne aus Smaragd, sein Schweif aus Rubin und seine Augen waren wahrlich heller als die Sonne. Die Sattelbögen waren in reinstem Gold gearbeitet und die Steigbügel waren gelb wie Krokusse. Da sagte Gabriel zu mir: "Mohammed, steige auf das Tier und reite los!""


3 zauberhaft

Kafka: SCHAKALE UND ARABER
"...Kaum lag er da, erhoben die Schakale ihre Stimmen. Wie von Stricken, unwiderstehlich jeder einzelne gezogen, kamen sie, stockend, mit dem Leib den Boden streifend, heran. Die alles auslöschende Gegenwart des stark ausdunstenden Leichnams bezauberte sie..."

Qur´an, Sure 97: Die kraftvolle Nacht (Al-Qadr):
"Wahrlich, Wir haben den Qur'an herabgesandt in der Nacht von Al-Qadr (...) Die Nacht Al-Qadr ist besser als tausend Monde.
In ihr steigen die Engel herab und der Geist nach dem Gebot ihres Herrn – mit jeder Sache.
Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung."


4 forschen

Kafka: VOR DEM GESETZ
"Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, dass er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. (...) Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und lässt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen. Dort sitzt er Tage und Jahre."

1. Könige 19: Elia findet Gott in einem sanften Sausen
"vnd ein grosser starcker Wind / der die Berge zureis vnd die Felsen zubrach fur dem HERRN her / Der HERR aber war nicht im winde / Nach dem winde aber kam ein Erdbeben / Aber der HERR war nicht im erdbeben. Vnd nach dem Erdbeben kam ein Fewr /Aber der HERR war nicht im fewr.
Vnd nach dem Fewr kam ein still sanfftes Sausen."


5 wie siehst du aus?

Kafka: DIE BRÜCKE
"...Und ich drehte mich um , ihn zu sehen. Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon, und schon war ich zerrissen und aufgespießt von den zugespitzten Kieseln, die mich immer so friedlich aus dem rasenden Wasser angestarrt hatten."

2. Mose 33: Gottes Antlitz kannst du nicht sehen
"Ich werde in meiner unermesslichen Schönheit dicht an dir vorbeigehen und meinen Namen ICH-BIN-DA vor dir ausrufen. Du darfst mein Gesicht nicht anschauen, denn kein Mensch, der mir ins Gesicht sieht, würde am Leben bleiben."


6 rätselhaft

Kafka: HEIMKEHR
"Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um. Es ist meines Vaters alter Hof. Altes unbrauchbares Gerät verstellt den Weg zur Bodentreppe. Die Katze lauert auf dem Geländer. Ich bin angekommen. Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür der Küche?...Ist die heimlich, fühlst du dich zuhause? Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben Stück (...) Was sonst in der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das sie vor mir wahren..."

2. Mose 3: Der brennende Dornbusch
"Vnd er sahe / das der Pusch mit fewr brandte / vnd ward doch nicht verzeret"


7 im Kampf

Kafka: DER GEIER
"Es war ein Geier, der hackte meine Füße. Stiefel und Strümpfe hat er schon aufgerissen, nun hackte er schon die Füße selbst. Immer schlug er zu, flog dann unruhig mehrmals um mich und setzte dann die Arbeit fort. (...) Ich bin ja wehrlos, er kam und fing zu hacken an, da wollte ich ihn natürlich wegtreiben, versuchte ihn sogar zu würgen, aber ein solches Tier hat große Kräfte..."

1. Mose 32: Jakobs Kampf am Jabbok
"Jaakob blieb allein zurück. Ein Mann rang mit ihm bis das Morgengrauen aufzog. Als er sah, dass er ihn nicht übermochte, rührte er an seine Hüftpfanne, und Jaakobs Hüftpfanne verrenkte sich, wie er mit ihm rang."


8 schwerelos

Kafka: ENTSCHLÜSSE
"Aus einem elenden Zustand sich zu erheben, muss selbst mit gewollter Energie leicht sein. Ich reiße mich vom Sessel los, umlaufe den Tisch, mache Kopf und Hals beweglich, bringe Feuer in die Augen, spanne die Muskeln um sie herum. Arbeite jedem Gefühl entgegen, begrüße A. stürmisch, dulde B. freundlich in meinem Zimmer. ziehe bei C. alles, was gesagt wird, trotz Schmerz und Mühe mit langen Zügen in mich hinein..."

1. Mose 28: Die Himmelsleiter
"Vnd sihe /eine Leitter stund auff erden /die rüret mit der spitzen an den Himel / Vnd sihe / die Engel Gottes stiegen dran auff vnd nider."

--- PAUSE ---

9 aus dem Nichts

Kafka: IN DER LOGE
"Ich saß in der Loge, neben mir meine Frau. (...) Gespannt beugte man sich über die Brüstung. Ich fühlte an meiner Schläfe das Lockenhaar meiner Frau. Da zuckten wir zurück, etwas bewegte sich auf der Brüstung: was wir für die Samtpolsterung der Brüstung gehalten hatten, war der Rücken eines langen dünnen Mannes, der genauso schmal wie die Brüstung, bis jetzt bäuchlings dagelegen war und sich jetzt langsam wendete, als suche er eine bequemere Lage. Meine Frau hielt sich zitternd an mich. Ganz nah war sein Gesicht."

1. Mose 1: Im Anfang
"Da war die Erde Chaos und Wüste, Dunkelheit war da angesichts der Urflut, und Gottes °Geistkraft bewegte sich angesichts der Wasser.
Da sprach Gott: "Licht werde!" und Licht wurde."


10 das Menschenwesen: Hauch des Lebens

Kafka: DER KÜBELREITER (Schlussteil)
"....aber dennoch löst sie das Schürzenband und versucht mich mit der Schürze wegzuwehen. Leider gelingt es. "Du Böse" rufe ich noch zurück und damit steige ich in die Regionen der Eisgebirge und verliere mich auf Nimmerwiedersehen."

1. Mose 2: die Erschaffung des Menschen
"da bildete Adonaj, also Gott, Adam, das Menschenwesen, aus Erde vom Acker
und blies in seine Nase Lebensatem.
Da wurde der Mensch atmendes Leben."


11 die Frau: ein Gegenüber für das Menschenwesen

Kafka: AUF DER GALERIE
"Wenn irgendeine, lungensüchtige, Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd vor einem unermüdlichen Publikum vom Peitschen schwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde, auf dem Pferde schwirrend, Küsse werfend, in der Taille sich wiegend, und wenn dieses Spiel unter dem nichtaussetzenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die immerfort weiter sich öffnende graue Zukunft sich fortsetzte..."

1. Mose 2: die Erschaffung Evas
"Dann sagte Adonaj, also Gott: »Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will für ihn eine Hilfe machen, so etwas wie ein Gegenüber.«"


12 ein Heiland

Kafka: EIN LANDARZT
""Armer Junge, dir ist nicht zu helfen. Ich habe deine große Wunde aufgefunden; an dieser Blume in deiner Seite gehst du zugrunde." "Wirst du mich retten?" flüstert schluchzend der Junge, ganz geblendet durch das Leben in seiner Wunde.
So sind die Leute in meiner Gegend. Immer das Unmögliche vom Arzt verlangen. Der soll alles leisten mit seiner zarten chirurgischen Hand."

Lukas 2: Verkündigung den Hirten
"Fürchtet euch nicht / Sihe / Jch verkündige euch grosse Freude / die allem Volck widerfaren wird /Denn euch ist heute der Heiland gebörn / welcher ist Christus der Herr / in der Stad Dauid. Vnd das habt zum Zeichen / Jr werdet finden das Kind in windeln gewickelt / vnd in einer Krippen ligen."


13 Gnade

Kafka: DER KÜBELREITER (Anfangsteil)
"...ich muss ganz genau nachweisen, dass ich kein einziges Kohlestäubchen mehr habe, und dass er daher für mich geradezu die Sonne am Firmament bedeutet. Ich muss kommen wie der Bettler, der röchelnd vor Hunger an der Türschwelle verenden will und dem deshalb die Herrschaftsköchin den Bodensatz des letzten Kaffees einzuflößen sich entscheidet..."

1. Mose 18: die drei Gäste Abrahams
"Da sprach der Herr zu Abraham / Warumb lachet des Sara / vnd spricht / Meinstu das war sey / das ich noch geberen werde / so ich doch alt bin? - Solt dem Herrn etwas vmmüglich sein? Vmb diese Zeit wil ich wider zu dir komen so ich lebe / so sol Sara einen Son haben."







 

Giacomo Meyerbeer
Operinszenierung:

Die Hugenotten

Programmheft 2017 Programmheft Isny Oper 2017

»Die Hugenotten«

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